Akupunktur (Nadelsetzen)

Akupunktur (Lat.: acus = Nadel, punctio = das Stechen), das Nadelsetzen ist bei uns in Europa das wohl bekannteste Teilgebiet der TCM. Vom Therapeut werden ein paar sehr feine Akupunkturnadeln an ganz bestimmten Punkten, d.h. einigen der 365 bekannten Akupunkturpunkte, mit verschiedenen Stich-Techniken, verschieden tief und verschieden lang gesetzt, um Einfluss auf einzelne Organe zu nehmen. Durch Heben, Senken oder Vibrieren werden die Nadeln zum Teil manipuliert, wobei kaum Schmerzen entstehen. Von einzelnen Patienten werden manche Stellen intensiver wahrgenommen. Die Nadeln werden während ca. 30 bis 45 Minuten belassen. Auf diese Weise wird das Ungleichgewicht des Qi (Lebensenergie) wieder harmonisiert und die Selbstheilungskräfte angeregt. Je nach Krankheitsbild kann die Nadelführung kräftigend oder beruhigend auf den Fluss des Qi wirken.
  Akupunktur (Chef-Arzt Professor Dr. TCM Jiang)
   

Ein Zeichen dafür, dass die Behandlung anschlägt ist, wenn Sie bei der Behandlung ein leichtes Elektrisieren oder ein Druckgefühl verspüren das sogenannte „De-Qi-Gefühl“, welches als dumpfes Ziehen, ähnlich einer elektrischen Reizung empfunden wird.

 
   

Eine Akupunkturbehandlung hat das Ziel, den Organismus wieder ins Gleichgewicht zu bringen, die Harmonie zwischen Körper und Seele wieder herzustellen und das Immunsystem zu stärken.

 

Ergänzende Informationen für Interessierte:

Das chinesische Wort "zhen jiu" besteht aus zwei Wortteilen, was übersetzt „Brennen und Stechen“ bedeutet und steht für das Erwärmen der Punkte (Moxibustion) und das Einstechen der Nadel in die Akupunkturpunkte.

Die Akupunktur basiert auf der Fünf-Elemente-Lehre (Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser) und verbindet zwei Verfahren:

  • Erwärmen der Punkte (Moxibustion)
  • Einstechen der Nadel in die Akupunkturpunkte

In der Akupunktur wird die Existenz von 365 Akupunkturpunkten angenommen, die auf den Meridianen (Kanäle (Leitbahnen), in denen die Lebensenergie „Qi“ fliesst) angeordnet sind. Demnach gibt es zwölf Haupt-Meridiane, die jeweils spiegelbildlich auf beiden Körperseiten paarig angelegt sind, acht Extra-Meridiane und eine Reihe von so genannten Extra-Punkten, welche die Organsysteme oder Funktionskreise verbinden. Je nach Jahreszeit, Alter, Konstitution und Erkrankung des Patienten werden die Nadeln mit verschiedenen Stich-Techniken verschieden tief und verschieden lang in die Akupunkturpunkte gesetzt. Durch Heben, Senken oder Vibrieren werden die Nadeln zum Teil manipuliert, wobei kaum Schmerzen entstehen. Von einzelnen Patienten werden manche Stellen intensiver wahrgenommen. Die Nadeln werden während ca. 30 bis 45 Minuten belassen. Auf diese Weise wird der Mensch energetisch wieder ins Gleichgewicht gebracht.

Ein Zeichen dafür, dass die Behandlung anschlägt ist, wenn Sie bei der Behandlung ein leichtes Elektrisieren oder ein Druckgefühl verspüren das sogenannte „De-Qi-Gefühl“, welches als dumpfes Ziehen, ähnlich einer elektrischen Reizung empfunden wird. Es kann bei Behandlungsbeginn unter Umständen zur Verstärkung der Symptome kommen, bevor diese wieder abklingen.

Bei uns werden nur sterile Nadeln verwendet, die nach einmaligem Gebrauch entsorgt werden. Somit ist eine Übertragung von Infektionskrankheiten ausgeschlossen.

Sehr häufig wird Akupunktur kombiniert mit Kräutertherapie oder Massagen um, entsprechend dem Krankheitsbild, die Therapie zu unterstützen.

Die Akupunktur, die in der chinesischen Medizin als „äussere Therapie“ (wai zhi) bezeichnet wird, gehört zu den Umsteuerungs- und Regulationstherapien. Noch älter als die Akupunktur ist die Akupressur, bei welcher die Punkte mit Hilfe der Fingerkuppen massiert werden.

Akupunktur kann durch die folgenden Zusatz-Therapien unterstützt oder verstärkt werden:

  • Ohr-Akupunktur
    Das Prinzip der Ohr-Akupunktur beruht darauf, dass die Ohrmuschel ein Mikrosystem darstellt, in dem der gesamte Organismus und seine Funktionen abgebildet sind, d.h. dass über definierte Punkte auf den Organismus Einfluss genommen werden kann.
  • Elektro-Therapie
    Über Akupunkturnadeln werden die Nerven und Muskulatur durch elektrische Impulse, die durch das Anlegen von Elektroden an die Nadeln hervorgerufen werden, gereizt. Diese Technik wird vor allem bei der Schmerztherapie erfolgreich eingesetzt.
  • Sternhammer
    Stimuliert die Akupunkturpunkte.
  • Wärme-Therapie
    Die Wirkung der Nadeln wird durch eine spezielle Wärmelampe unterstützt.

Anwendung / Einsatzgebiete
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt auf ihrer Indikationsliste für Akupunktur unter anderem folgende Bereiche an:

  • Erkrankungen des Atmungssystems (etwa akute Nasennebenhöhlenentzündung)
  • gastrointestinale Störungen (etwa chronische Magengeschwüre)
  • Schlafstörungen
  • Bronchial-Asthma
  • neurologische Störungen (etwa nach Schlaganfällen)
  • Augenerkrankungen (etwa zentrale Retinitis)
  • muskuloskeletale Erkrankungen (etwa Cervicobrachial-Syndrom)
  • Erkrankungen im Mundbereich (etwa Schmerzen nach Extraktionen, Gingivitis)

Als anerkannte Indikation für eine Akupunktur-Behandlung gelten auch

  • chronische Schmerzen (wenn kein körperlicher Befund vorliegt) - akute Schmerzen
  • geburtsvorbereitende Akupunktur
  • Rückenschmerzen
  • Allergien (Heuschnupfen, allergisches Asthma, Nahrungsmittelallergien usw.)
  • Erkrankungen des Bewegungs-Systems
  • Erkrankungen des Verdauungs-Systems
  • Gynäkologische Erkrankungen und Geburtshilfe
  • Hals-, Nasen- und Ohren-Krankheiten
  • Haut-Krankheiten
  • postoperative Beschwerden
  • Sucht-Krankheiten
  • vegetative Störungen
  • Gewichtsreduktion

Nebenwirkungen
Es kann bei Behandlungsbeginn unter Umständen zur Verstärkung der Symptome kommen, bevor diese wieder abklingen.

 

 

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